Bezirksfrauentag
„Ich setzte den Fuß in die Luft und sie trug“
Leben und Werk der großen Dichterin mit Bildern und Gedichten mit Renate und Werner Schellenberg
Renate und Werner Schellenberg haben Hilde Domin 14 Jahre ihres Lebens begleitet. Werner Schellenberg hat Hilde Domin am 2. März 2006 auf dem Bergfriedhof in Heidelberg bestattet. Sie berichten von Ihren Begegnungen, zeigen Bilder und rezitieren aus ihren Gedichten.
Leben und Werk der großen Dichterin mit Bildern und Gedichten mit Renate und Werner Schellenberg
Renate und Werner Schellenberg haben Hilde Domin 14 Jahre ihres Lebens begleitet. Werner Schellenberg hat Hilde Domin am 2. März 2006 auf dem Bergfriedhof in Heidelberg bestattet. Sie berichten von Ihren Begegnungen, zeigen Bilder und rezitieren aus ihren Gedichten.
Schön gedeckte Tische, Rosinenbrötchen und Sesamstangen für das leibliche Wohl, Sonne, welche in den Raum flutete, das war der erste Eindruck, wenn man den Raum im Eberbacher Gemeindehaus betrat. Isolde Priebus hatte für dieses Wohlfühlklima gesorgt. Wer einen Platz gefunden und noch ein wenig Zeit zur Verfügung hatte, konnte sich schon auf das Thema einstimmen. Bilder rund um Hilde Domin lockten zu einer Stellwand, Bücher waren bereitgelegt, und Renate und Werner Schellenberg beantworteten viele persönliche Fragen der Teilnehmerinnen von Anfang an.
Begonnen wurde mit einer Stille, natürlich nach der Begrüßung. Die Stille war spontan wichtig geworden, jährte sich doch genau an diesem Tag der Beginn des Aufstandes im Warschauer Ghetto gegen die Brutalität der deutschen Besatzungsmacht. Es stand plötzlich die Frage im Raum, ob es Zufall ist, dass die Veranstaltung eine Dichterin mit jüdischen Wurzeln als Mittelpunkt hat. Bei der Terminwahl war diese Tatsache niemandem bewusst. Petra Neumann-Janssen reagierte spontan.
Eine Andacht, geschrieben von Petra Neumann-Janssen, folgte zu dem Ausspruch Hilde Domins „Ich setzte den Fuß in die Luft und sie trug“. Das Bild von Heike Seifried, welches auf dem Handzettel zu sehen ist, unterstrich das Gesagte. Die Andacht und ein Schlussgebet von Dorothee Sölle, welche am 27. April den zwanzigsten Todestag hat, umrahmten den Vortrag.
Renate und Werner Schellenberg zogen alle Teilnehmerinnen in ihren Bann. Abwechslungsreich erzählten sie, wie ihre Freundschaft mit Hilde Domin begann, sprachen von sehr persönlichen Erlebnissen und wie sie die Dichterin begleitet haben. Diese persönlichen Erlebnisse berichtete vor allem Dekan Werner Schellenberg. Renate Schellenberg führte durch das Leben der Dichterin: in Köln geboren, aufgewachsen in einem liebevollen Elternhaus, verheiratet mit ihrem „Lebensmenschen“ Erwin Palm, geflohen in die Dominikanische Republik, zurückgekehrt weil man nicht hassen darf, verstorben 2006 in Heidelberg. Immer wieder gab es Gedichte von ihr zu hören. Sie selbst las ein Gedicht immer zweimal vor, denn erst dann erschließt sich ein Gedicht, so erfuhren wir von der Einstellung der Dichterin Hilde Domin. Ein Gedicht mindestens zweimal lesen, vorlesen, dass könnte eine bereichernde Anregung sein.
Die Aufmerksamkeit und Konzentration der Zuhörerinnen war groß, so spannend und anregend war Alles gestaltet. Die Veranstaltung öffnete manche neue Tür des Verstehens der Dichterin und ihres Werkes.
Petra Neumann-Janssen







